Österreich Mashutka muss nie wieder kämpfen
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Mashutka muss nie wieder kämpfen

Veröffentlicht von Österreich
VIER PFOTEN rettet ukrainische Kampfbärin

Bärenhetze ist eine grausame Praktik, bei der die Bären angebunden sind, mit Seilen oder Ketten kontrolliert werden und sich kaum gegen die Hundeattacken wehren können. Obwohl Bärenkämpfe offiziell verboten sind, gibt es für die Veranstalter rechtliche Schlupflöcher. VIER PFOTEN fordert daher ein generelles Verbot grausamer Bärenhaltung und hilft gleichzeitig der Regierung, Bären wie Mashutka in unserem BÄRENWALD Domazhyr ein artgemäßes Zuhause zu geben.

Carsten Hertwig, Bärenexperte bei VIER PFOTEN

Wien (OTS) - Vorgestern gelang es VIER PFOTEN, die etwa 13-jährige Mashutka zu retten und in den VIER PFOTEN BÄRENWALD Domazhyr nahe Lemberg zu überstellen. Die Braunbärin war regelmäßig auf Jagdstationen nahe Kiew als Kampfbärin missbraucht worden. Sie vegetierte in einem winzigen Käfig und durfte ihn nur zu einem einzigen Zweck verlassen: um in der sogenannten „Bärenhetze“ gegen Jagdhunde zu „kämpfen“. Zu Trainingszwecken werden die Hunde dabei auf Bären gehetzt, um sie für die Jagd zu trainieren, doch wehren können sich die Bären in der Regel kaum. 

Carsten Hertwig, Bärenexperte bei VIER PFOTEN, erklärt: „Bärenhetze ist eine grausame Praktik, bei der die Bären angebunden sind, mit Seilen oder Ketten kontrolliert werden und sich kaum gegen die Hundeattacken wehren können. Obwohl Bärenkämpfe offiziell verboten sind, gibt es für die Veranstalter rechtliche Schlupflöcher. VIER PFOTEN fordert daher ein generelles Verbot grausamer Bärenhaltung und hilft gleichzeitig der Regierung, Bären wie Mashutka in unserem BÄRENWALD Domazhyr ein artgemäßes Zuhause zu geben.“ 

Tierarzt Dr. med. vet. Frank Göritz vom Leibniz-Institut für Zoo- und Wildtierforschung (IZW), sagt dazu: „Obwohl man es Mashutka auf den ersten Blick gar nicht ansieht, ist sie abgemagert und hat aufgrund mangelnder Bewegung viel zu wenig Muskulatur aufgebaut. Bei der Untersuchung habe ich jeden ihrer Knochen gespürt. Bären, die in so furchtbaren Verhältnissen leben wie Mashutka, halten keinen Winterschlaf, und in ihrem Zustand würde die Bärin den auch niemals überleben. Sie muss im VIER PFOTEN BÄRENWALD Domazhyr erst einmal gut gepflegt und aufgepäppelt werden.“ 

Verdacht: War Mashutka einmal eine Präsidenten-Bärin? 

VIER PFOTEN geht davon aus, dass Mashutka schon seit jungen Jahren auf Jagdstationen für Bärenkämpfe missbraucht wurde. Doch Gespräche mit ihrem ehemaligen Besitzer warfen immer wieder den Verdacht auf, dass Mashutka als Bärenjunges dem ehemaligen ukrainischen Präsidenten Viktor Yushchenko gehört haben könnte. Angeblich kam sie als Geburtstagsgeschenk in seinen Besitz. 

Hertwig: „Wir können diese Behauptung nicht mit Sicherheit belegen, aber es ist bekannt, dass verschiedene ukrainische Präsidenten Bären gehalten haben. Es ist also durchaus möglich, dass Mashutka einmal Viktor Yushchenko gehört hat.“ 

Keine Bärenhetze mehr – was hinter dem Gesetzesentwurf No. 6598 steckt 

Dank des Einsatzes von VIER PFOTEN ist die Bärenhetze in der Ukraine bereits seit 2015 gesetzlich verboten. Da das Gesetz zwar diese grausame „Tradition“, aber nicht generell die Haltung von Bären auf Jagdstationen untersagt, besteht allerdings immer noch ein hohes Risiko, dass Braunbären dort gehalten und illegal für die Hetze missbraucht werden. Derzeit vegetieren rund 20 Bären auf ukrainischen Jagdfarmen. Eine neue Gesetzesinitiative könnte diese Tierquälerei jetzt endgültig beenden: Der Gesetzesentwurf No. 6598, der derzeit dem ukrainischen Parlament vorliegt, verbietet die Haltung von Bären auf Jagdstationen sowie jene von Bären in Restaurants, Hotels und anderen Freizeiteinrichtungen. Während die Jagdlobby in der Ukraine versucht, diesen zu verhindern, startet VIER PFOTEN eine Petition zur Durchsetzung des neuen Gesetzes und ruft alle Tierfreunde zur Unterstützung auf, um der Kampfbärenhaltung endlich ein Ende zu bereiten: saddestbears.com/ukraine 

Der VIER PFOTEN BÄRENWALD Domazhyr

 

VIER PFOTEN errichtet in der Nähe der ukrainischen Stadt Lemberg ein neues Bärenschutzzentrum. Die erste Bauphase ist seit kurzem abgeschlossen. Der BÄRENWALD Domazhyr bietet derzeit auf einem insgesamt 7,7 Hektar großen Areal bereits sechs Bären aus katastrophalen Haltungsbedingungen ein artgemäßes Zuhause. In den kommenden Jahren wird das Bärenschutzzentrum weiter ausgebaut. Nach Beendigung sämtlicher Bauarbeiten wird es ein Ausmaß von 20 Hektar umfassen und Platz für bis zu 30 leidgeprüfte Bären bieten. Mit der Errichtung des BÄRENWALDS Domazhyr hat VIER PFOTEN eine nachhaltige Lösung zur Unterbringung geretteter Bären geschaffen und unterstützt so die ukrainische Regierung bei der Durchsetzung des Verbots der Kampfbärenhaltung im Land. Nun kann auch Mashutka als siebte Bewohnerin des BÄRENWALDS dort ein friedliches Leben in naturnaher Umgebung verbringen. 

Quelle: APA/OTS

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